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Unesco-Welterbe



Häuserplan Ürschhausen

Spätbronzzeitliche Siedlung auf dem Ürschhauser Horn im Nussbaumersee (Rekonstruktion) 
 
  

Kandidatur für Unesco-Weltkulturerbe

Die Seeufersiedlungen des Alpenraumes zählen zu den bedeutendsten archäologischen Kulturgütern Europas. Mit der Nominierung als Unesco-Weltkulturerbe rückt die Bedeutung dieses ausserordentlichen kulturellen Erbes vermehrt ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Daneben wird im Rahmen der Kandidatur der internationale Austausch von Wissen und Erfahrungen beim Schutz und der Präsentation der Pfahlbau-Fundstellen gefördert.

Pfahlbauten in den sechs Alpenländern Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz und Slowenien sollen zum Weltkulturerbe gehören. Bis anfangs 2010 werden die einzelnen Staaten ihre Bewerbung dafür einreichen. 152 der rund hundert Pfahlbauten-Stellen in den sechs Ländern wurden für eine Kandidatur ausgewählt, 82 davon sind in 15 Kantonen  aufzufinden. Im Thurgau gehören dazu: Arbon-Bleiche, Ermatingen-West, Eschenz-Werd, Gachnang-Niederwil, Hüttwilen-Nussbaumersee und Mammern-Langhorn.
Der Entscheid der Unesco ist für Sommer 2011 vorgesehen.



Sechs Seeufersiedlungen im Thurgau


Hausrekonstruktion Bleiche 2Arbon-Bleiche 2 und 3:  ist namengebend für eine Kulturgruppe in der Frühbronzezeit und damit ein wichtiger Referenzkomplex. Grabungen von 1993 bis 1995 zeigen ausserdem, dass Arbon auch eine einphasige Siedlung mit hervorragenden Erhaltungsbedingungen in einer seltenen Zeitstellung (34. Jh. v. Chr.) aufweist.


 


Keramik-Töpfe Ermatingen.jpgErmatingen-West: 1858 wurden hier die ersten Funde gemacht. Bohrungen in dieser bisher noch wenig erforschten, weitläufigen Fundstelle ergaben sowohl ein mächtiges Kulturschichtpaket wie auch ein Pfahlfeld, die ein grosses wissenschaftliches Potential beinhalten. Um diese gefährdeten Fundstellen zu schützen, wurde der Seegrund mit einer Vliesmatte abgedeckt und mit einer Kiesschicht überdeckt.
 

 

Insel Werd RekonstruktionEschenz-Werd: An diese bevorzugte Siedlungsstelle seit dem Altpaläolithikum kamen auch neolithische bis spätbronzezeitliche Siedlungsreste und Gebrauchsgegenstände zum Vorschein. Die Insel Werd ist darum eine forschungsgeschichtlich wichtige Station. Das Pfahlfeld weist noch ein grosses Potential für Dendrodatierungen auf. 
 


 

Fragment einer TascheGachnang-Niederwil: Beim Torfabbau entdeckte man 1862 diese Siedlung im  Egelsee. Die sehr gut erhalte Fundstelle mit mehreren Phasen der Pfyner Kultur, in der noch nahezu alles im Boden ist, wurde 1962-1963 grossenteils ausgegraben. Insbesondere die übereinander liegenden, gut erhaltenen Hausböden geben wichtige Aufschlüsse über die Architektur der Häuser. Auffallend die bereits vorhandenen Schmelztiegel für Metall.
 

 

Grabung Ürschhauser Horn1985.jpgHüttwilen-Nussbaumersee: Die Fundstelle am Nussbaumersee weist einige Meter mächtige Kulturschichtpakete mit mehreren Siedlungsphasen vor allem der Pfyner Kultur auf, die sehr gut erhalten sind. Auch eine Siedlung mit einer seltenen Zeitstellung (Spätbronzezeit [HaB3] und frühe Eisenzeit) ist sehr gut erhalten und beinhaltet ein grosses, wissenschaftliches Potential.





Steinbeile LanghornMammern-Langhorn: Bei der 1860 entdeckte Stelle waren bereits damals schon Pfähle schlecht erhalten, die heute oberflächlich nicht mehr zu sehen sind. Reichhaltig waren dagegen Funde von Steinbeilen. Bohrungen in der bisher noch wenig erforschten Fundstelle ergaben sowohl ein mächtiges  Kulturschichtpaket wie auch ein Pfahlfeld, die ein grosses wissenschaftliches Potential beinhalten.

 


Summary von Prehistoric Pile Dwellings around the Alps

Informationen zur Kandidatur und zu Palafittes 

Informationsbroschüre Pfahlbauten (Shop/Übriges)